Am Freitag, den 18. September 2026, war die Gemeinde Am Mellensee Gastgeberin eines wichtigen Termins für die Zukunft unserer Region: Bürgermeister Tobias Krüger hatte zur 3. Bahnkonferenz zur Reaktivierung der Königlich Preußischen Militäreisenbahn (kurz: KME) eingeladen. Durch das Programm führte unser Bauleitplaner Andreas Rau.
Mit dabei waren starke und erfahrene Gäste u. a. aus der Bahnbranche, der kommunalen Wirtschaftsförderung sowie von privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen – Fachleute, die teils seit Jahrzehnten mit der bahntechnischen Entwicklung unserer Region befasst sind, teils als Betreiber praktische Erfahrung mit privater Netznutzung im Güter- und Personenverkehr mitbringen. Auch der Landkreis Teltow-Fläming war vertreten, durch Rainer Grunert, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung, ebenso das Stadtplanungsamt Luckenwalde durch Ekkehard Buß, sowie das Stadtmarketing mit Katharina Keding der Stadt Jüterbog.
Die Strecke wurde nie entwidmet. Auch wenn heute überwiegend nur Draisinenbetrieb stattfindet, handelt es sich rechtlich nach wie vor um eine gewidmete Bahnstrecke – das ist seit Jahrzehnten so und bleibt die Grundlage für jede weitere Überlegung.
Warum das Ganze? Weil Infrastruktur das A und O ist. Ohne Infrastruktur keine nennenswerte Ansiedlung – und ohne Ansiedlung keine wirtschaftliche Rechtfertigung für den Ausbau der Infrastruktur. Dieses Henne-Ei-Problem lässt sich nur lösen, wenn man beides zusammen denkt. Deshalb geht die Gemeinde Am Mellensee diesen Weg nicht allein, sondern gemeinsam mit starken Partnern: der Stadt Zossen (Bürgermeisterin Wiebke Sahin-Connolly), der Gemeinde Nuthe-Urstromtal (Bürgermeister Stefan Scheddin), dem Landkreis Teltow-Fläming sowie den Stadtverwaltungen von Jüterbog und Luckenwalde.
Genauso wichtig sind diejenigen, die solche umfangreichen Projekte tatsächlich umsetzen können: Fachleute mit Erfahrung aus zahlreichen erfolgreichen Streckenreaktivierungen in Deutschland, der Eigentümer der Bahnstrecke – und vor allem Unternehmen, die schon heute und perspektivisch ein hohes Interesse daran haben, spürbare Gütermengen von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Genau das ist wirtschaftlich entscheidend, denn Fördermittel von Bund und Land für Streckenreaktivierungen sind längst nicht mehr so verfügbar wie früher – ohne belastbare Nutzung wird ein solches Projekt nicht realistisch. Umso mehr freut es uns, dass wir erste wichtige und relevante Partner an unserer Seite wissen.
Ein paar Einordnungen zum Mitnehmen:
Die Strecke ist und bleibt eine gewidmete Bahnstrecke – unabhängig vom aktuellen Betriebszustand.
Eine realistische Umsetzung gelingt nur mit den richtigen Partnern und einer echten Nutzungsfunktion.
Zeitlich ist das Projekt trotz überschaubarer planungsrechtlicher Hürden kein Vorhaben, das kurzfristig umgesetzt werden kann.
Neben dem Güterverkehr wird – sobald wirtschaftlich tragfähig – auch der Personenverkehr eine große Rolle spielen und echten Mehrwert für die Region bringen.
Konkret sprechen wir bei der Reaktivierung der KME zunächst über den Abschnitt ab Zossen (Anschluss Dresdener Bahn) in Richtung Jüterbog mit seinen heute stillgelegten Bahnhöfen. Die Erfolgsaussichten steigen aber deutlich, wenn man weiterdenkt: entlang der Dresdener Bahn selbst, aber auch in Richtung Mittenwalde mit Anschluss an die Mittenwalder Bahn – möglicherweise bis zum Flughafen BER und weiter über Beeskow bis nach Frankfurt (Oder). Im nächsten Schritt werden dazu weitere Kommunen und Bedarfsträger entlang dieser Achsen eingebunden.
Wir bleiben dran und halten Sie auf dem Laufenden!