Auf der Liste von Bürgermeister Tobias Krüger stehen Themen, die in der Gemeinde Am Mellensee über Jahre als kaum lösbar galten. Jetzt kann er dort einen weiteren Punkt abhaken, zumindest mit einem ersten konkreten Schritt: Der Rufbus bekommt zwei zusätzliche Haltepunkte.
Seit mehreren Jahren haben Gemeindevertretung, Ortsbeiräte und davor schon die Verwaltung versucht, mit dem Landkreis Teltow-Fläming eine Lösung zu finden. Die Haltepunkte des Rufbusses sollten besser zum Bedarf in den Ortsteilen passen. 2022 gab es dazu eine Umfrage in der Gemeinde. Danach wurde das Thema in den Gremien immer wieder beraten. Dabei wurden besonders die Seniorinnen und Senioren gehört. In den Seniorengruppen der Ortsteile kamen viele konkrete Vorschläge zusammen. Wünsche und Bedarfe wurden in Listen gesammelt, und diese Listen wurden mehrfach überarbeitet, sobald neue Vorgaben hinzukamen.
Der Rufbus ist ein Erfolgsmodell. Schon die neue Vereinbarung mit dem Landkreis war deshalb ein gutes Ergebnis: Die Finanzierung ist für die kommenden Jahre gesichert, die Gemeinde trägt weiterhin die Hälfte der Kosten. Auch dafür waren viele Gespräche und Abstimmungen nötig, unter anderem zum Nahverkehrsplan.
Darüber hinaus hat Bürgermeister Tobias Krüger mit dem Landkreis jetzt einen Konsens erreicht. Auf Antrag der Gemeinde werden zunächst zwei weitere Haltepunkte in das Angebot der Rufbuslinie R777 aufgenommen:
Rehagen: Zur Wache/Am Echsenring
Saalow: Schadowstraße/Vogelsangstraße
Beide Haltepunkte gehen auf Vorschläge aus den Seniorengruppen zurück.
Schwierig war dabei nicht, ein Haltestellenschild aufzustellen. Jeder neue Haltepunkt bringt potenziell mehr Fahrgäste. In diesem Bereich fährt ein einziges Fahrzeug. Mehr Fahrten bedeuten mehr Kilometer und eine höhere Auslastung, und das kann zu Engpässen oder Mehrkosten führen, auch für die Gemeinde. Der Landkreis hat deshalb feste Bedingungen gesetzt. Ein Rufbus-Haltepunkt darf nicht auf der Strecke einer regulären Buslinie liegen. Er muss mindestens 400 Meter von der nächsten regulären Haltestelle entfernt sein. Und er muss an einer Straße liegen, die das ganze Jahr mit dem Auto befahrbar ist. Beide neuen Haltepunkte erfüllen diese Bedingungen. Von Rehagen sind es rund 500 Meter bis zur Haltestelle Chausseestraße, von Saalow etwa 600 Meter bis zu den Haltestellen Mühle oder Mellenseestraße. Der ebenfalls vorgeschlagene Haltepunkt an der Hausarztpraxis in Klausdorf liegt dagegen nur 287 Meter von der Haltestelle Lichtentann entfernt und konnte deshalb nicht berücksichtigt werden.
Beim Landkreis musste der Vorschlag geprüft, im Gesamtzusammenhang des Rufbus-Angebots betrachtet und in die Gremien des Kreises eingebracht werden. Am Montag hat der Kreistag die Änderung mit den Informationen zum Fahrplanwechsel 2026/2027 zur Kenntnis genommen. Damit kann sie jetzt umgesetzt werden. Die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming soll die Haltepunkte so bald wie möglich einrichten, angestrebt ist der Fahrplanwechsel im Dezember.
Dass es so lange gedauert hat, lag nicht an fehlendem Willen beim Landkreis. Jede zusätzliche Leistung kostet Geld, und die Haushaltslage des Kreises ist angespannt. Bürgermeister Tobias Krüger dankt Landrätin Kornelia Wehlan und Rainer Grunert vom Amt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung für die Zusammenarbeit. Sein Dank gilt auch den Seniorinnen und Senioren, die ihre Vorschläge eingebracht haben. Gemeinsam ist ein Schritt gelungen, der das Rufbus-Angebot für die Einwohnerinnen und Einwohner unserer Gemeinde besser macht.
Das Foto zeigt Bürgermeister Tobias Krüger mit Herrn Marco Wieschollek vom FahrService Dirk Lahsowsky aus Zossen-Wünsdorf, der den Rufbus in unserer Gemeinde fährt. Sie stehen an einer der beiden Stellen in Rehagen, an denen die neuen Haltepunkte hinkommen.