Am Mellensee
 

Das große Welttheater in Klausdorf, ein ganz besonderes Erlebnis

Am Mellensee, den 19.08.2019

Am 01.08.2019 war es soweit. Das große Welttheater von Pedro Caldero`n de la Barca, in der Übersetzung von Joseph v. Eichendorff mit Originalmusik von Clara Gervais hatte seine Aufführung auf der Festwiese in Klausdorf.

Seit langem war es angekündigt und alle Besucher  waren gespannt.

Nachdem die Wandertheatergruppe ihren Ritt mit dem alten Traktor (ein Lanz-Aulendorf von 1958 mit 22 PS und den historischen Heuwagen von Dautenheim (Reinhessen) am 01.08.2019 um 17.30 Uhr bis nach Klausdorf absolviert hatte, gab es eine kleine Verschnaufpause. Eine Dusche und Verpflegung waren angebracht, bevor die Aufbauarbeiten für die Vorstellung begannen.

Die 200 Sitzplätze reichten bei Weitem für die vielen interessierten Besucher nicht aus. Sie saßen auf Decken, Jacken, und mitgebrachten Stühlen.

Der Mellensee und die Pappeln im Hintergrund ergaben eine wunderbare Kulisse für das Theaterstück. Es war eine ganz besondere Atmosphäre. Manche Textpassagen wurden vom Rauschen der Pappel begleitet.

Das Theaterstück zeigte die Welt als Bühne, auf der die Menschen ihre von Gott zugeteilten Rollen spielten. Das Leben bis zum Tod wurde aus Sicht eines Königs, eines Landmannes, der Schönheit, eines Reichen und eines ungeborenen Kindes dargestellt. Die Darsteller wurden kräftig vom Posaunenchor der Kirchengemeinde Sperenberg unterstützt.

Manch ein Text gab Anlass zum Schmunzeln.

Die Besucher lauschten der Vorführung und spendeten reichlich Beifall.

Am Ende der Veranstaltung wurden die Besucher zu einem Glas Wein und Brot eingeladen. Die Schauspieler standen für Erklärungen und Beantwortung vieler Fragen bereit.

 

Es gab zahlreiche Gespräche am Rande. Es wurde viel darüber gefachsimpelt, wie man auf die Idee kommt mit so einem Traktor und den Heuwagen eine so lange Strecke zu fahren. Die Akteure haben jeden Tag eine Strecke von 40 km zurückgelegt.

Viele hatten an dem Abend erst erfahren, welche Strecke die Wanderschauspieler zurückgelegt hatten und fragten sich, warum im Landkreis Teltow-Fläming gerade „unser kleines Klausdorf“ ausgesucht wurde.

Annette Storr, die Leiterin des Welttheaters verriet es uns. „Weil vom Schloss Wiepersdorf bis Klausdorf die Streckenlänge 40 km erreicht wurden und vor allem weil sie so einen tollen Posaunenchor unter Leitung von Pfarrer Hemmerling haben. Die Festwiese mit dem Wasser und den Pappeln bietet sich für so etwas an“.

Der Förderverein Freiwillige Feuerwehr Klausdorf übernahm die Verpflegung. Ortswehrführer  Frank Beyer freute sich über so viele Gäste und holte gerne noch Nachschub an Bratwürsten.

Am 02.08. um 9.00 Uhr ging die Fahrt nach Berlin weiter. Am Abend zuvor hatte sich Frau Dr. Storr von den Bauhofmitarbeitern noch den Weg beschreiben lassen, der aber nicht der einfachste sein sollte, da die Wanderer auch schon die Herausforderung und nicht nur glatte Straßen lieben.

Als ich auf der Festwiese eintraf, wurden die restlichen Dinge auf die Heuwagen verstaut und jeder winzigste Platz ausgenutzt. Aufgrund dessen, dass Frau Dr. Storr am 02.08. ihren Geburtstag feierte, gab es eine Geburtstagstorte von Bäcker Lehmann aus Klausdorf und ein Ständchen. Kurze Zeit später saß sie hinterm Lenkrad des Traktors und setzte den Trott Richtung Berlin in Bewegung.

Durch die Kulisse und Atmosphäre war es auch für denjenigen ein gelungener Abend, für den das Theaterstück an sich „schwere Kost“ war.

 

M. Keßler

 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Das große Welttheater in Klausdorf, ein ganz besonderes Erlebnis