Am Mellensee

Marion Dressel

Am See 17
15838 Am Mellensee OT Klausdorf

3. Interaktion  zwischen Kind und Tagesmutter

Jedes Kind erhält bei mir eine liebevolle Betreuung und eine individuelle Zuwendung. Dabei orientiert sich meine Arbeit am Entwicklungs- und Erfahrungsstand jedes einzelnen Kindes.

Ich gebe den Kindern Geborgenheit, motiviere sie  ihre Umwelt wahrzunehmen, lasse ihnen Zeit für neue Erfahrungen und fördere Spontanität. Dabei gibt es natürlich auch Grenzen und Regeln, wie beim Spaziergang durch den Ort und einen geregelten Tagesablauf.
Gerade diese Art Regelmäßigkeit zeigt den Kindern Verlässlichkeit. Sie haben die Möglichkeit, sich innerhalb dieses Rahmens frei und spielerisch zu entwickeln. 
Mir ist wichtig, den Kindern Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu vermitteln. Sie sollen ihren Gefühlen und Interessen Ausdruck verleihen aber auch die Wünsche Anderer akzeptieren.
Konflikte löse ich mit dem Kind auf Augenhöhe und erkläre die Auswirkungen seines Verhaltens.

In unserer kleinen Gruppe ist es mir sehr gut möglich, den Entwicklungsstand  jedes Kindes zu beobachten. Dabei geht es mir um die altersgerechten Fortschritte in den verschiedenen Entwicklungsbereichen wie Motorik, Sprache, soziales Verhalten oder einfach die Fähigkeit selbst etwas auszuprobieren.
Meine Beobachtungen teile ich regelmäßig den Eltern mit und meistens entwickeln sich daraus lebhafte Gespräche.

 

4. Tagesablauf

7.00-8.00 Uhr Die Kinder kommen zu mir und alle (Kinder, Eltern, Tagesmutter) begrüßen sich. Ausnahmen, wie Bringen nach dem Frühstück oder vor dem Mittagessen, werden vorher abgesprochen.
8.00-8.30 Uhr     Frühstück
8.30-9.00 Uhr     Spielen
9.00-10.30 Uhr   wir kleiden uns entsprechend dem Wetter und sind im Freien aktiv. Hierzu gehört auch der immer

                         wieder interessante Spaziergang durch den Ort.
10.30-11.00 Uhr  Wir sind wieder "zu Hause". Die Tagesmutti macht Mittagessen und die Kinder spielen.
11.30 Uhr           Mittagessen
12.00 Uhr           Mittagsschlaf
15.00 Uhr           Vesper, bei schönem Wetter im Freien, danach Spielsachen aufräumen


5. Ziele und Formen der pädagogischen Arbeit

5.1 Körper und Bewegung, Verhalten in der Gruppe

Die Kinder haben einen vielseitigen Drang nach Bewegung, den sie bei mir ausleben können.
Grenzen setze ich nur im Interesse des Wohlergehens aller und einer angemessenen Verhaltensweise gegenüber der sozialen und natürlichen Umwelt.
Jedes Kind ist auf Körpererfahrung angewiesen und soll diese auch machen.
Bei all unseren Aktivitäten fördere ich die Entwicklung von Eigensinn und Gemeinsinn.

Das Kernstück meiner Kindertagespflege ist das Bewegen und Erleben im Freien. Hierzu gebe ich nur einen notwendigen Rahmen für das „ Große Entdecken".
So gehen wir zum Beispiel an den See und die Kinder sammeln Steine, Stöckchen, Zapfen und Blätter, um alles nacheinander ins Wasser zu werfen und auszuprobieren: Was kann schwimmen und was nicht? Welche Geräusche entstehen dabei?
Dann entdecken die Kinder, dass Enten nicht nur schwimmen, sondern auch fliegen können und versuchen diese Bewegungen nachzumachen.
Es wird getestet, ob man sich hinter dicken Bäumen verstecken kann. Und kann man sie auch umarmen?

Allein das Spazierengehen will gelernt und geübt sein. Ich zeige den Kindern, wie sie sich als Fußgänger zu verhalten haben und welche anderen Verkehrsteilnehmer es gibt. Sie lernen bei mir, sich nicht zu weit von der Gruppe zu entfernen, zu warten und aufeinander zu achten.
Auf unseren Ausflügen  zum Spielplatz können die Kinder balancieren, klettern und hopsen, soweit sie sich das selbst zutrauen. Sie ermuntern sich gegenseitig und helfen sich auch.
Nach solch einer Entdeckungstour ist natürlich waschen angesagt. Die Kinder können sich dann unter meiner Anleitung selbst waschen und gegenseitig das Ergebnis beurteilen. Auch halte ich die Kinder dazu an, untereinander auf regelmäßiges Händewaschen zu achten (Mahlzeiten, Toilettengang). Da lernen die Kleinen von den Großen wie z.B. den Schlafanzug nach dem Mittagsschlaf ins eigene Bett zu bringen oder das An- und Ausziehen.

 

5.2 Sprache, Kommunikation, Musik

In unserer relativ kleinen Gruppe kann ich sehr differenziert beobachten, welche Fähigkeiten jedes Kind auf sprachlicher Ebene hat und diese individuell fördern.
So können mir die Kinder Freuden, Sorgen und Erlebnisse, je nach ihren Fähigkeiten, mitteilen und ich nehme daran im Gespräch Anteil. Ich motiviere die Kinder, ihre Entdeckungen den anderen Kindern mitzuteilen und unterstütze sie, wenn sie Erlebtes ihren Eltern erzählen wollen.
Beim täglichen Spaziergang gebe ich den Kindern die Möglichkeit, neugierig zu sein und Fragen zu stellen: an die Blumenverkäuferin, an die Kellnerin, die gerade viele Tische deckt, an den Passanten nach dem Namen seines Hundes, an Polizisten oder Handwerker. Sie tun es und sind stolz, etwas herausbekommen zu haben.
Die Kinder können sich auch ganz eigenständig für das Ansehen unserer Bilderbücher entscheiden. Daraus entsteht sehr oft eine Betrachtung in der Gruppe und ich lasse mir dann die Bilderbücher erklären und beteilige mich an Diskussionen. Sogar in einem mehrfach angeschauten Buch gibt es immer wieder etwas Neues.
Geschichtenerzählen und Musikhören gehören natürlich auch dazu. Mit Liedern wie „Hänsel und Gretel" kann ich beides wunderbar verbinden. Ich ermuntere die Kinder, Liedtexte mit entsprechenden Gesten und Bewegungen darzustellen.

5.3 Wahrnehmen, Darstellen und Gestalten

Während unserer Spaziergänge können die Kinder sehr viel beobachten.Da gibt es Baustellen mit Bagger und Kran, Busfahrer, die ihren Bus putzen, Leute beim Friseur oder beim Rasenmähen, schwere Müllautos und schnelle Krankenwagen, viele Schaufenster, andere Kinder auf dem Spielplatz, das Bäckerauto u.s.w.
Viele dieser Eindrücke verarbeiten die Kinder dann im Spiel. Hierzu stehen Malsachen, Bausteine und vieles mehr zur Verfügung. Im Freien gibt es Sand, Wasser, Steine, Stöckchen, Blätter, Zapfen, Baumrinde und .... Aber das Wichtigste hierzu bringen die Kinder selbst mit. Die Fantasie. Es macht mir großen Spaß, ihnen zuzusehen. Da kann ein Bobby-Car schon mal mit Blättern geputzt werden und ein Dreirad wird mit einem langen Stock zum Kran.
Die Farben üben wir vor dem Blumenladen oder an parkenden Autos. Das macht besonders Spaß. Auch hier lernen die Kinder voneinander. Diese Erfahrungen können mit Buntstiften sehr gut nachgestellt werden. Ich vermeide es, die kleinen Künstler zu beeinflussen. Die Kinder können so aus ihren Eindrücken heraus etwas selbst erschaffen.
Im Laufe eine Jahres gestalte ich mit den Kindern auch ein paar Höhepunkte. Hierzu gehören: Papierschlangen zum Fasching basteln, Ostereier bemalen, am Kindertag mit vielen Luftballons toben, in der Adventszeit Plätzchen backen...

 

5.4 Die Natur erkunden

Da gibt es beim Spazierengehen viele Phänomene zu entdecken: Warum hat der Mellensee manchmal Wellen? Schwimmt dort nur eine Ente, oder sind es viele? Von welchem Baum sind die Kastanien? Sind große Steine schwerer als kleine? Was machen die Eichhörnchen mit den Tannenzapfen? Welche Reifenspur ist hier im Sand?
Für alle diese Fragen stehe ich den Kindern zur Verfügung und ermuntere sie zum Experimentieren, um Antworten selbst zu finden.
Ich beobachte mit den Kindern die Jahreszeiten und das Wachsen der Pflanzen. Wir pflanzen Stiefmütterchen und stecken Zwiebeln. Die Kinder können sie selbst gießen und beobachten, was geschieht. Natürlich wird auch gemeinsam geerntet.
Sehr interessant ist das Gewächshaus. Dort zeige ich den Kindern an Paprika-, Tomaten- und Gurkenpflanzen, wie alles blüht und Früchte wachsen. Und jedes Jahr kommt das große Staunen, wenn die kleinen Pflanzen auf einmal sooo groß sind.
Wir haben zwar keine Haustiere aber Eichhörnchen, Spechte, Meisen, Elstern, Stare ...
Die Futterhäuschen sind im Winter gut besucht und die Nistkästen jeden Frühling bewohnt. Die Kinder beobachten alles neugierig und freuen sich, wenn man das Gezwitscher der Vogelkinder hören kann.

 

6. Zusammenarbeit mit den Eltern

Mit den Eltern pflege ich einen lebhaften und täglichen Austausch. Alle Erfolge, Erlebnisse und auch Probleme werden sofort besprochen. So werden auch Erfahrungen und Ideen vermittelt. Eventuell unterschiedliche Auffassungen  von Betreuung und Erziehung werden ganz aktuell dargelegt und abgesprochen.
Es ist mir wichtig, dass die Eltern wissen, was ihr Kind tagsüber erlebt hat und welche Fortschritte es macht. So werden die kindlichen Schilderungen zu Hause besser verstanden und Entwicklungen intensiver wahrgenommen.
Und genauso erwarte ich von den Eltern Informationen über besondere Ereignisse wie z.B. einen Familienausflug, besonderen Besuch oder die Renovierung des Kinderzimmers. Auf diese Weise kann wiederum ich die Erlebnisberichte des Kindes besser verstehen.


6.1 Die Zeit der Eingewöhnung

Die Eingewöhnungszeit beträgt zwischen 2 und 4 Wochen. Dieser gehen meist  ein bis zwei Besuche, zur Vorstellung und organisatorischen Vorbereitung, voraus. Hierbei können sich die Kinder einfach nur umschauen und erst einmal meine Person und meine Stimme erleben, gemeinsam mit Mama und Papa.
Die ersten Tage der Eingewöhnung finden während unserer Spaziergänge in Begleitung eines Elternteiles statt. Da können sich alle ungezwungen „beschnuppern" und selbst entscheiden, wieweit der Kontakt reichen soll. Diese Zeit nutze ich für Informationsgespräche mit dem Elternteil.
Nach 2-3 Tagen treffen wir uns etwas eher und die schon „großen" Kinder zeigen dem „neuen" Kind und deren Begleitung die Wohnung und die Spielsachen. Es wird nach und nach in Spiele mit einbezogen. Die Neugierde der Kinder aufeinander ist hier besonders hilfreich.
Dann entscheide ich, gemeinsam mit den Eltern, an welchem Tag wir mit einer Verabschiedung und kurzen Abwesenheit beginnen. Diese wird, je nach Belastbarkeit des Kindes, allmählich verlängert. Der Anfang ist nicht nur für das Kind schwierig. Ein Moment der Verabschiedung sollte sich nicht zu lange hinziehen und muss auch infolge eine Trennung bedeuten, damit das Kind die Phasen von Verabschieden, Weggehen und Wiederkommen als Komplex lernen und akzeptieren kann. 


6.2 Abschied von der Tagesmutter

Auch dies ist ein wichtiger Schritt für alle Beteiligten. Das Kind besucht jetzt probehalber die zukünftige Kita. Die anderen Kinder und ich lauschen dann gespannt den Erlebnisberichten und unterhalten uns über das neue aufregende Leben bei den größeren Kindern. Ich möchte in dieser Zeit Begeisterung für den Neubeginn entfachen.
Mit den Eltern spreche ich über die Entwicklungsphasen des Kindes, eventuelle Probleme, besondere Erfolge und die Erwartungen für den neuen Lebensabschnitt.
Am letzten Tag helfen alle beim Einpacken und es gibt ein Abschiedsgeschenk, das sich auch alle anschauen.
Nach ein paar Wochen vereinbare ich mit den Eltern einen kurzen gemeinsamen Spielnachmittag bei uns. Die Freude ist dann groß, und es gibt viel zu erzählen. Manche Eltern und Kinder besuchen sich später auch gegenseitig.
Auf jeden Fall biete ich den Eltern auch weiterhin Kurzbesuche an, damit der Abschied nicht abrupt erfolgen muss.

 

7. Kontakte zu Tagespflegestellen, Kita`s und Institutionen

Ich unterhalte spontane Verbindungen zu anderen Tagesmüttern unserer und der umliegenden Gemeinden, sowie Luckenwalde. Wir sprechen über unsere Arbeit in der Kindergruppe und die Zusammenarbeit mit den Eltern. So können wir Erfahrungen austauschen und auch einen Rat einholen. Aus aktuellen Anlässen gibt es Gespräche über Weiterbildung und Organisatorisches.
Unser Kindergarten in Klausdorf ist für einen Spaziergang mit den Kleinen leider zu weit entfernt. Aber wir nutzen regelmäßig den Spielplatz im Strandbad und dort treffen wir ab und zu die Kinder aus der Kita, genauso wie andere Kinder aus der Gemeinde und Besucher.
Mit den Mitarbeiterinnen im Schulamt unserer Gemeinde habe ich häufigen telefonischen Kontakt. Wir besprechen An- und Abmeldungen, Neuigkeiten und Urlaubspläne. Manchmal kommt uns eine Mitarbeiterin des Amtes besuchen.